Die Gründung der Musikkapelle Terlan

Das Jahr 1840 scheint trotz mangelhafter Dokumente zum ersten Mal urkundlich in den Pfarrarchiven als Gründungsjahr der Musikkapelle Terlan auf. In jenem Jahr 1840 sammelte der Organist und Lehrer Anton Eppensteiner 14 Chorsänger und Bläser um sich, um mit ihnen gemeinsam zu musizieren. Das öffentliche Auftreten dieser Kapelle beschränkte sich zu jener Zeit natürlich nur auf die feierliche Gestaltung von kirchlichen Festen und Feiern. Eppensteiner leitete die Kapelle bis zum Jahr 1866, darauf folgten die Kapellmeister Johann Kofler, Anton Platter, Sebastian Höller und Blasius Wenter. Einen ersten Höhepunkt erlebte die Kapelle dann zur Jahrhundertwende, als der geschätzte Oberlehrer und begnadete Musiker Anton Mayr den Taktstock in die Hand nahm und die Kapelle bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges leitete. Kaum waren die Kriegswirren vorbei, war es wiederum Anton Mayr, der mit dem Rest der verbliebenen Musikanten die Kapelle neu aufbaute. Aber nur für kurze Zeit, denn schon bald nach der Machtergreifung der Faschisten in Südtirol kam es unter den Musikanten zu tiefen Unstimmigkeiten. Immer mehr geriet die Kapelle in den Machtbereich des damaligen Podestà, immer öfter wurden die Musikanten ohne Rücksicht auf Zeit und Arbeit zu Ausrückungen für politische Großveranstaltungen gezwungen, was schließlich zur Auflösung der Kapelle in den Dreißigerjahren führte.

Die Neugründung nach dem 2. Weltkrieg

Bereits Ende 1943 waren es Anton Mayr und Josef Mair-Larch, die beide eine Neugründung anstrebten. 1945 erhielten die Musikanten eine neue Tracht und am 30. Jänner 1946 erfolgte der langersehnte Neugründungsakt. Erster Kapellmeister nach dem 2. Weltkrieg wurde Josef Mair-Larch, der die Kapelle bis 1959 leitete. Ende 1959 trat dieser als Kapellmeister zurück und übergab den Taktstock an Konrad Barbieri, der sich mit viel Begeisterung und großer Musikalität der neuen Herausforderung stellte. Konrad Barbieri war einer der ersten Kapellmeister im Lande, der sich von der damals traditionellen Blasmusik löste und sich moderneren Rhythmen zuwandte, die von beiden, den Musikanten und den Zuhörern mit Begeisterung aufgenommen wurden. Das Niveau stieg von nun an Jahr für Jahr. Im Jahre 1990 verabschiedete sich Konrad Barbieri nach 31 Jahren Kapellmeister etwas wehmütig von seinen Musikanten, aber froh, in dem Musikpädagogen und Leiter der Musikschule Terlan Armand Mair einen würdigen und kompetenten Nachfolger gefunden zu haben. Dieser setzte das Bestreben nach musikalischer Moderne noch intensiver als sein Vorgänger fort und mit vielen modernen Werken zeitgenössischer Blasmusikkomponisten im Programm hat er bis im Jahr 2000 große Erfolge und viele hochgesetzte Ziele erreicht.
Seit dem Jahr 2000 steht Hans Finatzer am Dirigentenpult der Musikkapelle Terlan. Der gebürtige Trudner ist in diversen Musikschulen des Landes ein begehrter Musiklehrer des tiefen Blechs, er gehört zweifelsohne zu den besten Posaunisten des Landes. Mit viel Einsatz, Engagement und Disziplin hat er die Kapelle zu einer Spitzenkapelle in Südtirol gemacht. Hans Finatzer liebt Egerländer Blasmusik, originale Kompositionen für Blasmusik und Märsche, welche immer fixer Bestandteil der Konzerte sind.
2011 übergab Hans Finatzer den Taktstock an Günther Graber. Der in Mölten wohnhafte Musiklehrer des Institutes für Musikerziehung unterrichtet hohes Blech in Terlan, Lana und Meran. Den Diplomabschluss machte Günther Graber am Bozner Konservatorium bei Professor Otto Rabensteiner im Fach Trompete. Am Konservatorium studierte er ebenfalls Komposition. Sein musikalisches Feingefühl zeigt er oft in seinen Eigenkompositionen, welche er mit der Musikkapelle oder mit verschiedensten Bläsergruppen  aufführt. Neben seiner Tätigkeit als Kapellmeister ist er Mitglied verschiedener Musikgruppen wie der Blasphoniker und des Ensembles Brass Vocal.

Die Vereinsfahne

Ein weiterer Meilenstein in der Geschichte der Musikkapelle Terlan war die 150-Jahr-Feier im Jahre 1990. Anlässlich dieser Feier erhielt die Kapelle zum ersten Mal eine Vereinsfahne gestiftet von der Fahnenpatin Hedwig Runer Warasin und dem Fahnenspender Franz Warasin.

Die Tracht

Am Cäciliensonntag 1999 trat die Musikkapelle zum ersten Mal mit der neuen Tracht auf. Die jetzige Tracht ist dem geschichtlichen Brauchtum des Gebietes angelehnt.

 

Liste der Kapellmeister und Obmänner soweit urkundlich nachweisbar:
           
Kapellmeister:     Obmänner:    
Anton Eppenheimer 1840-1866        
Johann Kofler          
Anton Platter          
Blasius Wenter          
Anton Mayr 1899-1935   Josef Huber Kössler 1946-1956  
Josef Mair-Larch 1945-1959   Karl Huber 1956-1968  
Konrad Barbieri 1959-1990   Johann Barbieri 1968-1988  
Armand Mair 1990-2000   Dr. Josefkarl Warasin 1988-2000  
Hans Finatzer 2000-2010   Sepp Runer 2000-2012  
Günther Graber seit 2010   Elmar Seebacher seit 2012  

 

 

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