NoisemakersDie Spannung steigt, die Luft ist zum Zerreißen gespannt, es ist absolut ruhig im Probensaal. Endlich steigt der Dirigent aufs Podium, hebt die Hände und gibt den Einsatz zur ersten Probe. Die Musiker sitzen still und hochkonzentriert… Beethoven’s 9., und Schuberts 8. Symphonie stehen auf dem Programm... So oder ähnlich geht es wohl bei den Proben der Wiener Philharmoniker zu.
Ganz anders hingegen verläuft die Probe in Terlan. Die „Noisemakers“ (Krachmacher) tragen ihren Namen nämlich nicht umsonst! An die 20 Jungmusikanten, davon 5 aus Vilpian, haben sich im Probelokal der Mk Terlan zur ersten gemeinsamen Probe eingefunden. Es ist Juli 2014. Beethoven kennen sie, wenn, dann als Filmhund, Schubert klingt für sie wie ein Versicherungsvertreter und die Symphonie kennen sie nicht mal mehr von Silbermond. Dazu sind sie zu jung! Sie sind hier- ja, auch zum Proben - vor allem aber um Spaß zu haben. Von stillsitzen kann natürlich keine Rede sein, absolute Stille kennen sie nur vom Hörensagen und das Hochkonzentriert sein heben sich die jungen Nachwuchsmusikanten fürs Konzert auf.

Doch sobald der Kapellmeister der Jugendkapelle, Oskar Leitner, seine Hände hebt, wird es - und dies ist bei den „Noisemakers“ nicht anders als bei den Philharmonikern - ernst. Alle setzen die Instrumente an, die einen früher, die anderen später. Manchmal kann das dauern. Geduld ist die wichtigste Tugend für einen Jugendkapellmeister. Die Hände schwingen nach unten, und aus jedem Instrument kommt ein Ton, wiederum bei einem früher und bei anderen eben später. Und in dem Moment wird Oskar Leitner klar: der Weg bis zum Konzert wird kein leichter sein! Doch er weiß auch: sein wichtigster Verbündeter ist die Zeit. Wahre Klassiker hat er für das Konzertprogramm ausgewählt: Von „Wickies starken Männer“ über „Smoke on the wather“ bis zum „Fliegerlied“ ist alles dabei, was das Herz, besonders jenes der Väter, begehrt. Und die wöchentlichen Proben bis zum Vatertagskonzert werden ihre Wirkung nicht verfehlen!
März 2015: Ein gutes halbes Jahr ist seit der ersten Probe vergangen. Das Stillsitzen und Ruhigsein haben die „Noisemakers“ inzwischen gelernt, sobald der Kapellmeister den Einsatz gibt, kommen die richtigen Töne zur richtigen Zeit. So langsam nimmt das Konzert Form an und Oskar Leitner weiß: er hat sein Ziel erreicht: Die jungen Musiker haben Musikkapellenluft geschnuppert und enorm viel über Zusammenspiel, Intonation und sogar Schauspielkunst gelernt und dabei auch noch Spaß gehabt. Und endlich ist der Tag gekommen: Zum Konzert am 21. März versammeln sich Väter, Mütter, Großeltern und Geschwister, um Zeugen des großen Auftritts zu werden. Und spätestens ab „Wickies starke Männer“ und dem kleinen Theater zu Wilhelm Tell ist das Publikum begeistert. Beim anschließenden kleinen Umtrunk, zu dem die Jugendkapelle und die neue Jugendleiterin Melanie Gruber laden, sind sich alle einig: Die „Noisemakers“ können nicht nur Krach machen, sondern vor allem auch musizieren!

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