Plakat200Der Ostersonntag ist für viele unserer Musikkapellen der Termin ihres ersten Konzertes im neuen Vereinsjahr.  Auch die Musikkapelle von Terlan hält sich an diesen schönen Brauch und lädt ihre Mitbürger zum ersten großen Auftritt in den Raiffeisensaal ein, wozu der Obmann alle Besucher herzlich begrüßte.
Der Kapellmeister Günther Graber hat seine Musikanten gründlich auf dieses Ereignis eingestimmt. Bereits in der „Polonaise in Es Dur“ des Antonin Dvòrak konnte man die gediegene Vorbereitung erkennen. Schwungvoll und gut intoniert erklang dieses schöne Werk, das der „Akademische Leserbund“ Prag (als „Reform der Tanzmusik im Sinne des Nationalen“) beim Komponisten bestellt hatte. Hätten wir nur auch heute noch solch wertvolle und Zeit überdauernde Unterhaltungsmusik!! Um in diesem Umfeld zu verweilen, erklang nun die Ouverture „Miramare“ des Julius Fucik in einer Bearbeitung des Nordtiroler Militärkapellmeisters Hans Eibl. Jeder kennt den Komponisten der Ouverture „Marinarella“ und seiner berühmten Märsche wie den „Florentiner-Marsch“ und andere; „Miramare“ dagegen wird zu Unrecht eher selten aufgeführt. Der Anfang wurde mit viel Temperament angegangen. Obwohl einige Soloeinwürfe recht gut klangen, so hatten doch manche Musikanten im Mittelteil ihre Grenzen erfahren. Das Holzregister konnte sich auch öfters gegen den dominanten Blechbläserklang nicht durchsetzen.  

Absolut erfreulich locker und ausgeglichen erklang nun „Clog Dance" des Franzosen Ferdinand Hérold in einer erstklassigen Bearbeitung von Rodney Bashford. Die Holzbläser konnten dabei ihr Können demonstrieren.
Mit ausgezeichneter Unterhaltungsmusik von Johann Strauß' Polka „Unter Donner und Blitz" und dem Marsch „Folies Bergeres" des bekannten Berliners Paul Lincke setzte die Kapelle ihr Programm schwungvoll fort und beendete den ersten Teil.
Auch „Prelude to a Celebration“ des Engländers Philip Sparke ist von der gehobenen Unterhaltungsmusik inspiriert. Die Musikanten fühlten sich sichtlich wohl und gaben ihr Bestes. Sowohl die Blechbläser in den Fanfaren als auch die Holzbläser im gesanglichen Mittelteil konnten überzeugen.
Als besonderer Leckerbissen für Kenner der Blasmusikliteratur folgte nun Paul Hubers „Kleine Festmusik“. Hier konnten sich die Blechbläser auszeichnen sowohl in der Tonkultur als auch in der Ausdauer. Leider werden die Werke Paul Hubers nur mehr selten gespielt und nur mehr wenige Kapellmeister wagen sich an diese anspruchsvollen Kompositionen heran. Sie sind wohl auch nicht für schnelle Erfolge komponiert. Umso mehr ist es Günther Graber anzurechnen, dass er dieses Werk einstudiert hat.
Sichtlich gerne spielten die Musikanten die „Selection aus Les Miserables“ von Claude Michel Schönberg in einer guten Bearbeitung von Warren Barker. Sicher und schön musizierten die verschiedenen Register der Kapelle.
Zum Abschluss des offiziellen Programmes erklang der Publikumsliebling seit vielen Jahrzehnten:  „Der Zauberer von Oz“ in dem der Tubist sein ulkiges Solo mit Genuss vortragen konnte. Das Publikum war begeistert, nicht nur von diesem Stück, sondern vom ganzen Vortrag der Kapelle und erklatschte sich noch drei Zugaben:  „The Typewriter“ von Leroy Anderson, „Trumpet Blues and Cantabile“ für 4 Trompeten von Harry James, bei dem der Kapellmeister selbst zur Trompete griff und den beliebten „Jaguar Marsch“ von Albert Brunner.
Sicher in der Rhythmik, im Zusammenspiel und auch technisch versiert präsentierte sich die Kapelle heuer. Etwas mehr Abstufungen in der Dynamik, damit Höhepunkte mehr Gewicht bekämen, würde den Interpretationen gut tun. Insgesamt aber machte die Kapelle einen sehr guten Eindruck. Besonders lobenswert zu erwähnen ist auch die ausgezeichnete Programmwahl nicht nur vom Standpunkt der Güte der Werke her, aber auch im Entgegenkommen gegenüber dem Geschmack der Musikanten und des Publikums.
Gekonnt und konzentriert führte Dr. Kurt Jakomet wie immer durch das Programm, stellte auch die zwei Jungmusikantinnen und zwei verdienstvolle Musikanten sowie eine langjährige Marketenderin vor.

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