Plakat Ostern 2017 200Mit großer Freude begrüßte Obmann Elmar Seebacher alle anwesenden Honoratioren, Sponsoren, Vertreter verschiedener Kapellen und seine Terlaner Mitbürger im gut besetzten Saal.
Mit dem 4. Satz - dem schwungvollen und mitreißenden Marsch aus der "Suite Algerienne" von Camille Saint Saens, bearbeitet von Hans Fluri, eröffnete die Musikkapelle Terlan ihr Frühjahrskonzert 2017. Das Werk aus dem Jahre 1880 stellte an die Ausführenden bereits hohe musikalische und technische Anforderungen. Es ist nicht unproblematisch, ein so anspruchsvolles Werk an den Beginn eines Konzertes zu stellen. Besonders die schnellen Läufe setzen eine gediegene Vorbereitung voraus. Schon der erste Eindruck überzeugte durch sauberes, technisch gutes und fein abgestimmtes Spiel.
Nach diesem gelungenen Auftakt folgten der 2. und 3. Satz aus den "Norwegischen Tänzen" von Edvard Grieg in der Bearbeitung von Louis-Philippe Laurendeau. Das charmante Allegretto des 2. Satzes mit pastoralem Charakter wird durch einen stürmischen Teil unterbrochen, worauf wieder das erste Thema folgt. Der dritte Tanz (Allegro alla marcia) ist kämpferisch konzipiert und wird durch ein gesangliches Zwischenthema unterbrochen.
Sowohl beim ersten Marsch, als auch bei den Kompositionen von Grieg war die sorgfältige und stilistisch ausgezeichnete Vorarbeit hörbar. Ohne großen Pathos, aber sauber in Intonation und Zusammenspiel führte der Kapellmeister seine Musikanten durch diese edle Musik.

In der typischen Opernouverture "Il Guarany" des brasilianischen Komponisten A. Carlos Gomes in der Bearbeitung von H. Lincoln Clarke wurden manche Unsicherheiten hörbar. Dieses zum Teil diffizile aber auch ganz dramatische Werk stellt nicht nur große Anforderungen an Geläufigkeit, Sauberkeit und Intonation, sondern auch an Ausdauer und Ansatz der Blechbläser. Von den Flöten bis zum tiefen Blech und den Holzbläsern werden alle gefordert. Der gute Ausgleich der Register wurde besonders deutlich spürbar. Auch die Tempi überzeugten und die verschiedenen Übergänge wurden einwandfrei gestaltet. Trotz allem war bei diesem Werk sicher die Grenze des Erreichbaren gesetzt.
La Primitiva von Jef Penders beendete den 1. Teil des Konzertes. Diesem rassigen Passo doble hätte etwas mehr Temperament und Effekt wohlgetan.
Celebration and Dance von Gilbert Tinner (eine wertvolle Komposition der originalen Blasmusik) eröffnete den 2. Teil des Konzertes. Alle Register bis hin zum Schlagzeug waren ihrer Aufgabe gewachsen.
Die saubere Technik und das gute Zusammenspiel der Musikanten konnten auch bei Alfred Reeds "The Hounds of Spring" überzeugen. Manchmal jedoch sollten sich Kapellmeister und Musikanten mehr zutrauen (Höhepunkte gestalten).
Freuen konnte man sich auch über die „Ouverture Jubiloso" des Amerikaners Frank Ericson. Dieses bekannte Werk, von wählerischen Dirigenten immer wieder aufgeführt, wird sich auch in Zukunft behaupten.
"Queen in Concert" von Freddie Mercury, Brian May und Roger Taylor in einer Bearbeitung von Jan Kraeydonck ("Leckerbissen" von Rockmusik der 70er - 80er Jahre) bildete den Abschluss des offiziellen Teiles des Konzertes.
Das Publikum war sichtlich angetan vom Spiel ihrer Musikanten und der starke Applaus wurde durch drei Zugaben belohnt. Insgesamt war es ein sehr schönes Konzert! Die Kapelle verfügt über eine ausgewogene Besetzung, über gute Musikanten in den meisten Registern und der Kapellmeister besitzt die Fähigkeiten diese Bedingungen auszunutzen. Was ihm aber auch besonders hoch anzurechnen ist, ist die Auswahl seines Programms und die Güte dieser Musik! Wenn sich in unserem Lande alle Kapellmeister so wählerisch verhalten würden, hätte die Blasmusik noch einen viel höheren Stellenwert, als sie ihn auch so schon hat.

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