Osterkonzert 2018 200Der Besuch des Osterkonzertes der Musikkapelle gehört in Terlan zu einem schönen Brauch der Ortsbevölkerung und so konnte der Obmann Elmar Seebacher heuer wieder eine Reihe von Ehrengästen und viele seiner Mitbürger begrüßen. Auch das schöne Programm lud zum Zuhören, nicht  nur die Ein­heimischen, ein. Der Kapellmeister Günther Graber versteht es jedes Jahr wieder die Auswahl der Musikstücke dem Können der Musikanten anzupassen und das Publikum zu begeistern. Florian Mair führte konzentriert und sachverständig durch das Programm.
Mit dem Festmarsch aus der Oper „Der Waffenschmied" von Albert Lortzing, in einer gelungenen Bearbeitung von Florian Pedarnig, eröffnete der Kapellmeister den diesjährigen Abend. Anfänglich noch etwas unsicher im unisono, spielten sich die Musikanten schnell ein und trotz des etwas forschen Tempos gelangen ihnen die Fanfaren und Passagen gelenkig und geschmeidig. Insgesamt ein gelungener Auftakt.

Mit dem Prolog von Paul Huber hat Günther Graber ein wertvolles Werk des im Jahr 2001 in St. Gallen verstorbenen Schweizer Komponisten ins Programm genommen! Leider vergessen unsere Dirigenten oft die wertvollsten Stücke unseres Blasmusikrepertoires wie die Kompositionen von Paul Huber, Paul Kühmstedt, Franz Königshofer, Haase Altendorf, Gustav Holst u.a.m. in ihren Konzerten zu berücksichtigen; dadurch verlieren wir langsam aber sicher unsere Wurzeln. Diese Nachlässigkeit passiert in Terlan nicht! Paul Hubers Prolog ist technisch nicht so anspruchsvoll wie andere seiner Werke, aber interpretatorisch und in der Stimmung durch die Quintentechnik besonders heikel. Im langsamen Teil gefielen besonders das Tenorregister und der Hornsatz. Im Fugenteil sollte die Agogik in allen Registern ausgeglichener sein. Der Schluss gelang wirkungsvoll.

Von den „Slawischen Tänzen" des tschechischen Komponisten Antonin Dvorak ist wohl der 3. Tanz (Polka) für Bläser am besten geeignet. Etwas überraschend laut starteten die Musiker. Sowohl die melodischen als auch die schnellen Teile wurden mit viel Einfühlungsvermögen bewältigt. Die Temporelationen gelangen recht fließend und der Gesamteindruck war ein erfreulicher.
Wer kennt nicht die Ouverture „Marinarella" des Prager Komponisten Julius Fucik? Viele Zuhörer freuten sich auf diese schöne Musik! Fucik hat in seinen 44 Lebensjahren über 400 Werke komponiert. Besonders bekannt und beliebt sind seine Konzertmärsche. Der furiose Beginn der Ouvertüre inspirierte die Musikanten, verlangte aber auch alles an Technik und Brillanz. Manches schöne Solo, besonders jenes der Flöten war zu hören. Der dynamische Ablauf könnte gelegentlich etwas differenzierter sein, besonders im hohen Blech. Diese Ouvertüre wurde jedoch zum Höhepunkt des Abends.
Mit der Jubilee Ouverture von Philip Sparks begann die Kapelle den 2.Teil des Konzertes. Packende Fanfaren und lebhafte Allegris brachten Schwung in das Programm. Besonders die Hörner, die Saxophone und das Tenorregister waren gefordert. Wenn auch das hohe Blech gelegentlich etwas dominant klang, so war der Registerausgleich doch gelungen.
Das bekannteste Werk des belgischen Komponisten Jan van der Roost ist wohl „Puszta", bestehend aus 4 Zigeunertänzen. Es sind eigene Melodien und basieren also nicht auf ungarische Volksweisen. Die unterschiedlichen Tänze erfordern hohe Konzentration und Einfühlungsvermögen aller Musiker. Im zweiten Satz konnte das Orchester die Melodik am meisten genießen.
ltaru Sakai hat in seinem Werk „The Seventh Night of July" versucht eine Legende in Musik zu setzen. Am 7. Juli wird in ganz Japan gefeiert und der beiden Verliebten gedacht, die, der Sage nach in der Milchstraße lebend, sich nur einmal im Jahr an diesem Tag treffen konnten. Die Einsamkeit der Beiden war gelegentlich zu spüren, aber auch die Freude des Wiedersehens. Die gründliche Vorbereitung war auch bei diesem Werk zu hören.
„A Beatles Anthology" beinhaltet 4 ganz bekannte „Ohrwürmer" aus dem reichen Repertoire der Beatles. Die Musikanten hatten sichtlich Freude an dieser Auswahl. Besonders angenehm war das dezente Schlagzeug auch während des ganzen Abends.
Ein merklicher Fortschritt im Klang sowie in der· Technik der verschiedenen Instrumente ist im Vergleich zum letzten Jahr festzustellen. Dass die Musikkapelle Terlan unter der  Leitung von Günther Graber auf dem richtigen Weg ist, bestätigen sowohl die vielen Zuhörer als auch die positiven Kritiken.

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