Foto Osterkonzert 2019 200Ein gut durchdachtes Programm und eine gepflegte Ausführung desselben sind die beste Werbung für einen voll besetzten Konzertsaal. Kapellmeister Günther Graber, Obmann Elmar Seebacher und der Konzertsprecher Florian Mair haben alle Vorbereitungen getroffen, damit das Konzert zu einem Erfolg werden kann.

Bereits in der ersten Komposition, dem Prelude von Sepp Tanzer, hat der Kapellmeister einen Glücksgriff getan. Der Nordtiroler Landeskapellmeister und großer Freund Südtirols hat mit diesem Werk ein markantes Eröffnungsstück geschaffen. Kernig und robust, aber auch melodiös klang es von der Bühne. Man kann nur hoffen und wünschen, dass diese Wahl auch andere Dirigenten anspornt, die Werke vergangener Blasmusikkomponisten, nicht nur Sepp Tanzers und Sepp Thalers Werke, wieder in ihr Programm aufzunehmen. Viele der großen Meister würden es sich verdienen. Mit allein amerikanisch­ japanischen Stücken wird man in Zukunft nicht glücklich werden. Auch muss das Programm nicht jedes Jahr ausschließlich neue Werke beinhalten. Wiederholungen älterer Blasmusikwerke sind für Musikanten und Zuhörer gleich wertvoll und manchmal überzeugender in der Qualität.
Gelingt das erste Stück in einem Konzert, ist eine spürbare Erleichterung und Aufatmen bei Kapellmeister und Musikanten festzustellen. So kam die bekannte Ouverture Tancredi von Gioacchino Rossini gerade richtig. Nach der kurzen Einleitung legte der Kapellmeister ein treffendes Allegrotempo vor. Mit diesem Tempo hatten einige Register alle Hände voll zu tun, besonders das Holzregister und die Tenöre. Locker und elegant ging es dem Ende zu. In dieser Ouverture überzeugte die Interpretation.
Wolfgang Schumanns Armenische Rhapsodie (auch eine selten gespielte Komposition) war eine absolute Bereicherung des Abends. Die kurzen aggressiven Takte wurden mutig in Angriff genommen und der ruhigere Teil sauber intoniert ausgeführt. Die charakteristischen Merkmale der armenischen Folklore kamen deutlich zum Ausdruck. Eine durchaus überzeugende Komposition! Kleine lntonationstrübungen konnten dem Erfolg nicht schaden.
Nur wenigen Zuhörern wird die 3. Symphonie des italo-amerikanischen Komponisten Vittorio Giannini bekannt sein. Graber wählte den furiosen Schlusssatz, aus dem technisch-rhythmisch klare Konturen auszuarbeiten sind, und konnte damit ein überzeugendes Ende des ersten Konzertteiles garantieren. Eine wertvolle Komposition von Vittorio Giannini.
Der zweite Teil des Abends wurde mit dem Marsch „Mit vollen Segeln" des Tiroler Komponisten Klaus Strobl eröffnet.
In „A Barrie North Celebration" des Amerikanischen Komponisten Andre Jutras kommt die gehobene amerikanische Unterhaltungsmusik voll auf ihre Rechnung. Reizklänge, rhythmische Finessen, Holzregister mit Piccolo- und Trompetensolis, interessante Klangkombinationen zwischen den verschiedenen Gruppierungen und für den Dirigenten schwere Aufgaben den Klangausgleich zu sichern. Die Kapelle spielte jedoch durchsichtig und spürbar mit großer Freude.
Inzwischen wurden die neuen Musikanten und Musikantinnen vom Konzertmoderator Florian Mair vorgestellt und zwei Mitglieder für langjährige Mitwirkung geehrt.
Die Moderationen von Mair waren sehr aufschlussreich, kurz und prägnant!
In der Folge kam das Werk „Countryside and Common people" zur Aufführung Der schottische Komponist hat in seinem Opus das Leben eines einfachen Landvolkes mit einer klangreichen Einleitung, mit schönen rhythmischen Einwürfen in den Hörnern, im langsamen Teil mit einem sehr schönen Saxophon-Solo (besonders ausdrucksvoll gespielt) geschildert. Das Werk war nicht einfach auszuführen, denn es stellte sowohl im Klangausgleich, wie in der Intonation große Anforderungen. Diesen Schwierigkeiten zu begegnen und nie im Fortissimo zu übertreiben ist ein Markenzeichen des Kapellmeisters.
Als Abschluss war noch „Das Schönste Lied der 60er Jahre" am Programm: Jimmy Webbs „Mac Arthur Park" in einer großartigen Bearbeitung von James Kennedy. Die Musikanten und Musikantinnen setzten noch einmal ihre Freude und Begeisterung ein und verhalfen dem Werk zu einem vollen Erfolg.
Die Musikkapelle Terlan bedankte sich beim begeisterten Publikum mit zwei wunderschönen Märschen.

November 2019
Mo Di Mi Do Fr Sa So
1 2 3
4 5 6 7 8 9 10
11 12 13 14 15 16 17
18 19 20 21 22 23 24
25 26 27 28 29 30

Nächste Termine

Sonntag 17 November - Cäcilienfeier

Login